Blutdruck und Angst

Der Bereitschaftsarzt war ein rundlicher, gemütlicher Geselle, der auf meine Symptome völlig gelassen reagierte und meinte, dass es doch völlig normal sei, dass der Blutdruck eben mal verrückt spiele. Ich solle mir keine Sorgen machen.

Neben all den Angstsymptomen und Panikanfällen leide ich auch noch unter Bluthochdruck. Bzw. ist dieser meist ganz gut eingestellt, denn dafür muss ich Betablocker nehmen, aber manchmal gerate ich in eine regelrechte Blutdruckkrise. Und da komme ich oft stundenlang nicht raus.

Kennt ihr das?

Ich habe schon lange mit dem Thema Bluthochdruck zu tun. Nicht weil ich schon so alt bin, sondern weil er mich schon in jungen Jahren heimgesucht hat. Es wurde damals bei einer Untersuchung bei meiner Hausärztin festgestellt, zu der ich gegangen bin, weil es mir im Allgemeinen nicht so gut ging. Vor allem psychisch natürlich.

Ich war damals in einem Job mit einer tyrannischen und narzisstischen Chefin, die mir das Leben zur Hölle gemacht hat. Sie war eine von der Sorte, die alle um sich herum klein hielt, um sich im eigenen Licht zu sonnen und gleichzeitig von der Arbeit der Angestellten zu profitieren. Regelmäßig stellte sie uns bloß, ließ uns fühlen wie kleine Kinder, denen man noch sagen muss, wie man sich richtig zu verhalten hat. Unglaublich diese Frau … ich werde später nochmal davon berichten, denn diese Geschichte hat mich sehr geprägt und sie hat eben zu diesem Bluthochdruck geführt, der mich heute tagtäglich begleitet.

Blutdruckmessen ist für mich eine Qual. Schon vorher steigere ich mich so da rein, dass der Wert bestimmt super hoch sein wird, was er natürlich dann zwangsläufig auch ist. Es gibt Tage an denen messe ich wie eine Verrückte immer und immer wieder. Habe Panik auf dieses Gerät zu schauen und fühle wie mein Puls immer schneller wird und mein Herz rast.

Blutdruckmessen beim Arzt ist ebenfalls eine Vollkatastrophe. Ich glaube es gab noch kein Tag, an dem mein Blutdruck beim Arzt gut war. Er war immer viel zu hoch und immer wieder resultierte das in einem neuen Termin für die Langzeitblutdruckmessung, die ich genauso sehr verabscheute, wie das Blutdruckmessen beim Arzt selber.

Und sind wir mal ehrlich … repräsentativ ist das alles nicht. Wenn man, so wie ich, an dieser Panik vor Bluthochdruck leidet, dann spiegeln die Werte nie die Realität wieder. Ich kenne also meinen „normalen“ Blutdruck überhaupt nicht und futtere schön jeden Tag meinen Betablocker. Doof!

Aber was soll ich machen? Ein falsch eingestellter Blutdruck ist eben sehr gefährlich und erhöht die Wahrscheinlichkeit für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Eben genau diese Dinge, vor denen ich ja eh Panik habe und mich immer wieder reinsteigere …. es ist ein Teufelskreis!

Letztens hatte ich mal wieder den Bereitschaftsarzt hier. Mein Blutdruck war auf 180/120 gestiegen und ich kam aus der Spirale einfach nicht mehr raus.

Der Bereitschaftsarzt war ein rundlicher, gemütlicher Geselle, der auf meine Symptome völlig gelassen reagierte und meinte, dass es doch völlig normal sei, dass der Blutdruck eben mal verrückt spiele. Ich solle mir keine Sorgen machen und mich versuchen zu beruhigen. Er gab mir ein Notfallmedikament und ein Rezept für dasselbige, damit ich es immer im Haus habe. Und dann ging er wieder.

Und ich? Ich habe mich wieder beruhigt und bin nun froh, dieses Notfallmedikament für die nächste Blutdruckkrise im Haus zu wissen.

Was macht ihr denn so? Habt ihr auch Probleme mit dem Blutdruck?

Eure

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